Bava Metzia 215

Kapitel 215

א ואי לא לא מיסתגי להו
1 wenn aber nicht, so nützt es ihnen nicht.
ב רבה בר רב נחמן הוה קא אזיל בארבא חזא ההוא אבא דקאי אגודא דנהרא אמר להו דמאן אמרו ליה דרבה בר רב הונא אמר (עזרא ט, ב) ויד השרים והסגנים היתה במעל הזה ראשונה אמר להו קוצו קוצו
2 Einst reiste Rabba b. R. Naḥman auf einem Schiffe und sah einen Wald am Ufer des Stromes; da fragte er, wem er gehöre, und man erwiderte ihm: Rabba b. R. Hona. Da sprach <i>er</i>:<i>Und die Oberen und Vorsteher haben zu solcher Versündigung die Hand zuerst geboten</i>. Hierauf sprach er zu ihnen: Haut nieder. Da hauten sie nieder.
ג אתא רבה בר רב הונא אשכחיה דקייץ אמר מאן קצייה תקוץ ענפיה אמרי כולהו שני דרבה בר רב הונא לא אקיים ליה זרעא לרבה בר רב נחמן
3 Als Rabba b. R. Hona kam und sie beim Niederhauen traf, sprach er: Wer hier niederhauen ließ, dessen Zweige mögen niedergehauen werden. Man erzählt, daß während der ganzen Lebenszeit des Rabba b. R. Hona dem Rabba b. R. Naḥman keine Kinder erhalten blieben.
ד אמר רב יהודה הכל לאיגלי גפא ואפילו מיתמי אבל רבנן לא מ"ט רבנן לא צריכי נטירותא לכריא דפתיא ואפילו מרבנן
4 R. Jehuda sagte: Jeder wird zu den Stadttorenherangezogen, auch Waisen, die Gelehrten aber nicht, weil die Gelehrten der Bewachung nichtbrauchen. Zum Brunnengraben werden auch die Gelehrten herangezogen;
ה ולא אמרן אלא דלא נפקא באוכלוזא אבל לאוכלוזא לא דרבנן לאו בני מיפק באוכלוזא נינהו
5 dies jedoch nur dann, wenn keine Massenausziehen, nicht aber wenn Massenausziehen, weil die Gelehrten nicht mit den Massen mitzugehen brauchen.
ו אמר רב יהודה לכריא דנהרא תתאי מסייעי עילאי עילאי לא מסייעי תתאי וחילופא במיא דמיטרא
6 R. Jehuda sagte [ferner]: Beim Ausbaggern eines Flusses müssen die unteren [Anwohner] den oberen helfen, nicht aber die oberen den unteren; entgegengesetzt verhält es sich beim [Ableiten des] Regenwassers.
ז תניא נמי הכי חמש גנות המסתפקות מים ממעין אחד ונתקלקל המעיין כולם מתקנות עם העליונה נמצאת התחתונה מתקנת עם כולן ומתקנת לעצמה וכן חמש חצרות שהיו מקלחות מים לביב אחד ונתקלקל הביב כולן מתקנות עם התחתונה נמצאת העליונה מתקנת עם כולן ומתקנת לעצמה
7 Ebenso wird auch gelehrt: Wenn fünf Gärten mit Wasser aus einer Quelle gespeist werden und die Quelle beschädigt wird, so müssen bei der Ausbesserung alle sich mit dem oberenbeteiligen. Folglich muß bei der Ausbesserung der untere sich mit allen übrigen beteiligen, für sich aber ganz allein. Ebenso müssen, wenn fünf Höfe ihren Abfluß in einen Kanal haben, und dieser beschädigt wird, bei der Ausbesserung alle sich mit dem unteren beteiligen. Folglich muß bei der Ausbesserung der obere sich mit allen übrigen beteiligen, für sich aber ganz allein.
ח אמר שמואל האי מאן דאחזיק ברקתא דנהרא חציפא הוי סלוקי לא מסלקינן ליה והאידנא דקא כתבי פרסאי קני לך עד מלי צוארי סוסיא מיא סלוקי נמי מסלקינן ליה...
8 ŠemuÉl sagte: Wenn jemand ein Stromuferin Besitznimmt, so ist dies ein Übergriff, jedoch kann man ihn nicht entfernen. Jetzt aber, wo die Perserschreiben: erwirb bis [zu einer Tiefe], wo das Wasser bis zum Halse der Pferdereicht, kann man ihn auch entfernen.
ט אמר רב יהודה אמר רב האי מאן דאחזיק ביני אחי וביני שותפי חציפא הוי סלוקי לא מסלקינן ליה ורב נחמן אמר נמי מסלקינן ואי משום דינא דבר מצרא לא מסלקינן ליה
9 R. Jehuda sagte: Wenn jemand [ein Grundstück]zwischen Brüdern oder Gemeinschaftern in Besitz nimmt, so ist dies ein Übergriff, jedoch kann man ihn nicht entfernen. R. Naḥman sagt, man könne ihn auch entfernen. Wegen des Retraktrechtesaber kann man ihn nicht entfernen.
י נהרדעי אמרי אפילו משום דינא דבר מצרא מסלקינן ליה משום שנאמר (דברים ו, יח) ועשית הישר והטוב בעיני ה'
10 Die Nehardee͑nser sagen, man könne ihn auch auf Grund des Retraktrechtes entfernen, denn es heißt:<i>du sollst tun, was gut und recht ist in den Augen des Herrn</i>.
יא אתא אימליך ביה אמר ליה איזיל איזבון ואמר ליה זיל זבון צריך למיקנא מיניה או לא רבינא אמר לא צריך למיקנא מיניה נהרדעי אמרי צריך למיקנא מיניה והלכתא צריך למיקנא מיניה
11 Wie ist es, wenn er zu ihmkommt und sich mit ihm berät, indem er zu ihm sagt, er wolle gehen und es kaufen, und dieser ihm erwidert: geh und kaufe es; muß er es sich von ihm zueignen lassenoder nicht? Rabina sagt, er brauche es sich von ihm nicht zueignen zu lassen, die Nehardee͑nser sagen, er müsse es sich von ihm zueignen lassen. Die Halakha ist, er muß es sich von ihm zueignen lassen.
יב השתא דאמרת צריך למיקנא מיניה אי לא קנו מיניה אייקור וזול ברשותיה
12 Da du nun ausgeführt hast, daß er es sich von ihm zueignen lassen muß, so ist, wenn er es ihm nicht zugeeignet hat und esteurer oder billiger geworden ist, dies in seinemBesitze erfolgt.
יג זבן במאה ושוי מאתן חזינא אי לכולי עלמא קא מוזילא ומזבין יהיב ליה מאה ושקיל ליה ואי לא יהיב ליה מאתן ושקיל ליה
13 Wenn er es für hundert gekauft und es zweihundert wert ist, so sehen wir: wollte er es auch jedem anderen billig verkaufen, so gebe er ihmhundert und erhalte es, wenn aber nicht, so gebe er ihm zweihundert und erhalte es.
יד זבן במאתן ושויא מאה סבור מינה מצי אמר ליה לתקוני שדרתיך ולא לעוותי אמר ליה מר קשישא בריה דרב חסדא לרב אשי הכי אמרי נהרדעי משום דרב נחמן אין אונאה לקרקעות
14 Hieraus wollten sie folgern, daß, wenn er es für zweihundert gekauft und es hundert wert ist, er zu ihm sagen könne: ich habe dich zum Nutzen und nicht zum Schadengeschickt, da sprach Mar Qašiša, Sohn des R. Ḥisda, zu R. Aši: Folgendes sagten die Nehardee͑nser im Namen R. Naḥmans: Bei Grundstücken gibt es keine Übervorteilung.
טו זבין ליה גריוא דארעא במיצעא נכסיה חזינן אי עידית היא אי זיבורית היא זביניה זביני
15 Wenn jemand ein Stück Boden inmitten seiner Güterverkauft hat, so sehen wir: ist es besonders gut oder schlecht, so ist der Kauf gültig,